4. Stolpersteinverlegung sorgte für emotionale Momente
Butzbach hat am 8. August 2011 neue Stolpersteine bekommen. Seit 2008 verlegt die Stadt Butzbach diese Gedenksteine an den ehemaligen Wohnstätten von Opfern des nationalsozialistischen Terrorregimes. Die kleinen quadratischen bronzefarbenen Tafeln werden in den Boden eingelassen. Sie enthalten den Namen, das Geburts- und Todesjahr und das grausame Ende der Bewohner. Optisch heben sie sich von der Umgebung ab, so dass ein Spaziergänger regelrecht über diese Steine stolpert. Sie sollen das Vergessen verhindern und zeigen, dass auch in Butzbach Tyrannei, Barbarei, Rassenwahn und Menschenverachtung in der Zeit des Nationalsozialismus Einzug gefunden hat. „Nachbarn wurden zu Juden“ und diese zu unerwünschte Personen, die deportiert und ermordet wurden.
In der Kasernenstraße eröffnete Bürgermeister Merle den Gedenkzug durch Butzbach. Er begrüßte die etwa 50 Anwesenden, die an der Veranstaltung teilnahmen. In der Kasernenstraße wurden Stolpersteine für das Ehepaar Levi und Rosa Löwenstein verlegt. Von da aus zog die Gruppe weiter in das städtische Museum, wo die Schülerinnen und Schüler der „Geschichtsreisen AG“ der Schrenzerschule Butzbach einen Vortrag über die Menschen hielt, für die an diesem Tag die Gedenksteine gelegt worden sind. Die ansprechenden und gut recherchierten Referate wurden von Einwürfen des Museumsleiters Dr. Wolf ergänzt und mit Gedichten sowie persönlichen Briefen aus jener Zeit gewürzt. Insbesondere der letzte Vortrag sorgte für einen gespannten emotionalen Moment. In ihm wurde die von den Umständen forcierte Distanz zwischen zwei sich liebenden Menschen in einem Brief beschrieben.
Nach dem Abstecher beim Museum wurde der Gedenkzug weitergeführt. Das Wetter hatte sich zwischenzeitlich gebessert, so dass bei strahlendem Sonnenschein der Weg fortgesetzt werden konnte. Verlegt wurden Stolpersteine an der Kleeberger Straße 11 für das Ehepaar Julius und Meta Ehrlich, an der Korngasse 11 für Zilli und Hannelore Fuld, sowie Helene Fried. Drei Gedenksteine für Selma, Egon und Inge Bär wurde an der Griedeler Straße 17 verlegt. Am Kreisverkehr nahe der Friedhofskapelle, an der Griedeler Straße 48 wurden schließlich für die Familie Hugo Krämer (Meta, Lothar und Ilse) Gedenksteine verlegt.
An jeder Station trug Dr. Wolf vor, wie die damaligen Lebensverhältnisse der Personen aussahen. Zudem legte das Butzbacher Bündnis für Demokratie und Toleranz Blumen auf die Gedenksteine.
Dies war die vorletzte Gedenksteinverlegung für die Kernstadt Butzbach. Danach werden die Stadtteile mit Stolpersteinen bedacht. Geplant ist, dass dann in Nieder-Weisel mit der Verlegung begonnen wird.
Letzte Beiträge
- Gedenken an Opfer rechtsextremer Gewalt fand kreisweit hohe Anteilnahme
- Gemeinsam für Demokratie und Toleranz gegen Hass und Angst
- Rechte Veranstaltungen in der Umgebung dieses Oktoberwochenende 2011
- 4. Stolpersteinverlegung sorgte für emotionale Momente
- „Stolpersteine gegen das Vergessen“, Einladung



